Abmahnung erhalten – was tun?

Abmahnung erhalten – was tun?

Irgendwann kommt es im Leben der meisten Menschen einmal vor: eine Abmahnung kommt ins Haus. Sollte auch Ihnen das passieren, heißt es zunächst einmal, einen kühlen Kopf bewahren. Eine Abmahnung ist kein Grund zur Panik. So sollten Sie also erst einmal tief durchatmen und dann das Dokument einmal genau betrachten. Stellen Sie fest, welche Verletzung Ihnen vorgeworfen wird und welches die genannten Fristen sind.

Eine Abmahnung sollte immer ernst genommen werden. Auch wenn die Verletzung, die Ihnen vorgeworfen wird, noch so absurd erscheint, sollten Sie also trotzdem die Zeit nehmen, sich umgehend mit der Abmahnung auseinanderzusetzten. Zumeist werden auch nur sehr kurze Fristen erteilt. In diesem Zeitraum müssen Sie handeln.

Zunächst einmal gilt es also, die Abmahnung genau zu studieren. Seriöse Abmahnungen enthalten genaue Information über die geschädigte Partei, so dass Sie hier also herausfinden können, wem Sie ein Unrecht zugefügt haben sollen. Ist ein Anwalt damit beauftragt worden, die Abmahnung im Namen des Geschädigten abzufassen, so ist diese gebührenpflichtig. Verschickt der Geschädigte die Abmahnung in eigenem Interesse, so können dafür keine Gebühren erhoben werden.

Als nächstes sollten Sie sich dann mit dem erhobenen Vorwurf auseinandersetzen. Natürlich gibt es viele unterschiedliche Gründe, aus denen man Ihnen eine Abmahnung zuschicken kann. Manchmal verhält sich der Tatbestand auch ganz eindeutig. Werden Sie beispielsweise einer Urheberrechtsverletzung beschuldigt und Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass sie geschütztes Material veröffentlicht haben, empfiehlt es sich, umgehend eine Unterlassungserklärung abgeben. Ist der Fall jedoch unklar, oder Sie sind sich keines Verschuldens bewusst, wird der Gang zum Anwalt unvermeidlich.

Es ist in jedem Falle ratsam, einen dieser beiden Wege zu wählen. Reagiert man nämlich nicht auf die Abmahnung, so kann das zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. In der Regel kommt schon kurz nach verstreichen der Frist eine vom Gericht ausgestellte einstweilige Verfügung ins Haus, die gebührenpflichtig ist und auch empfindlich teurer, als die gebührenpflichtige außergerichtliche Abmahnung.

Natürlich gibt sich der Geschädigte in den wenigsten Fällen mit einer Unterlassungserklärung zufrieden. Es kommt vielmehr zu einer Schadensersatzforderung. Dabei sollten Sie unbedingt Vorsicht walten lassen, da die Forderungen oft drastisch überhöht sind. Prinzipiell haben Sie drei Möglichkeiten, auf die Schadensersatzforderung zu reagieren.
Sie Können die Forderung natürlich ganz einfach zahlen. Damit ersparen Sie sich weiteren Ärger und können die Sache als abgeschlossen betrachten. Ist die geforderte Summe mäßig, kann dies natürlich der beste Ausweg sein.
Auch steht es Ihnen offen, die geforderte Schadensersatzsumme herunterzuhanden. Dabei ist es oft von Vorteil, direkt mit dem Geschädigten zu verhandeln und die Gespräche nicht über dessen Anwalt abzuwickeln. In vielen Fällen kann man auf diese Weise zu einer Einigung kommen, die für beide Parteien annehmbar ist.
Der dritte Weg ist es, eine Zahlung grundsätzlich abzulehnen. Ist die Abmahnung von vornherein eher fragwürdig, so kann dies in vielen Fällen zum Erfolg führen. Der Abmahner scheut sich, das Risiko einer Gerichtsverhandlung einzugehen und lässt den Fall auf sich beruhen. Im gegenteiligen Falle kommt es zu einer Verhandlung vor dem zuständigen Amtsgericht. Hier besteht für den Abmahner die Gefahr, dass der Richter einen Vergleich anordnet. Ist diesem Fall muss der Abmahner einen Teil der Gerichtskosten tragen.

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