Die drei häufigsten Fehler bei Abmahnungen wegen Filesharing

Eine Abmahnung ist nicht das Ende der Welt. Aber das Schreiben vom Anwalt jagt den Empfängern in der Regel doch einen gehörigen Schrecken ein. Unüberlegte Kurzschlussreaktionen sind die Folge, die die ganze Angelegenheit noch verschlimmern können. Die folgenden drei Fehler werden besonders häufig begangen und sollten von Ihnen vermieden werden.

1.  Die Abmahnung wird ignoriert

Stecken Sie auf keinen Fall den Kopf in den Sand und hoffen Sie, dass sich die Sache von selbst erledigt. Das wird nicht passieren. Stattdessen laufen Sie Gefahr, dass Ihnen eine einstweilige Verfügung zugestellt wird oder es gar zu einer Unterlassungsklage kommt. Beide Szenarien bergen unkalkulierbare finanzielle Risiken! Zu diesem Zeitpunkt spielt es noch keine Rolle, ob Sie die abgemahnte Urheberrechtsverletzung auch tatsächlich begangen haben. Die Gegenseite verfügt über Datensätze, aus denen hervorgeht, dass die IP-Adresse Ihres Computers zum Tatzeitpunkt dazu verwendet wurde, die Ihnen zur Last gelegte Urheberrechtsverletzung zu begehen. Es liegt nun an Ihnen, entsprechende Gegenbeweise vorzubringen.

Es bringt auch nichts, den Empfang der Abmahnung zu leugnen, weil sie beispielsweise nicht als Einschreiben, sondern lediglich per Briefpost zugestellt wurde. Die Gegenseite muss lediglich beweisen können, dass die Abmahnung korrekt verschickt worden ist, was in der Regel kein Problem darstellt.

2.  Man nimmt selber Kontakt auf

Häufig enthalten Abmahnschreiben nicht nur Adresse und Telefonnummer der abmahnenden Kanzlei, sondern auch das Angebot, bei eventuellen Rückfragen mit dem zuständigen Anwalt direkten Kontakt aufzunehmen. Davon sollten Sie jedoch unbedingt absehen. Zu groß ist die Gefahr, dass Sie unbeabsichtigt eine Aussage machen, die später gegen Sie verwendet werden kann. Ihr Gesprächspartner mag nett und zuvorkommend erscheinen, wird aber versuchen, Sie auf subtile Weise zu einem Schuldeingeständnis zu bewegen. Was einmal ausgesprochen wurde, lässt sich nicht mehr zurücknehmen und kann den Fall für Sie deutlich verkomplizieren.

3.  Die Unterlassungserklärung wird sofort unterschrieben

In dem Abmahnschreiben fordert man Sie mit markigen Worten und drastischen Strafandrohungen dazu auf, umgehend eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Die Frist hierfür ist bewusst kurzfristig gesetzt und beträgt meist nur wenige Tage. Lassen Sie sich dadurch aber nicht einschüchtern und unterschreiben Sie auf keinen Fall die beigefügte Erklärung. Suchen Sie stattdessen einen Rechtsanwalt auf und lassen Sie sich von ihm eine zu Ihren Gunsten modifizierte Unterlassungserklärung erstellen. Meist lässt sich auf diese Weise auch die geforderte Abmahnsumme reduzieren. Dabei handelt es sich um einen Pauschalbetrag, der sich aus einer Schadensersatzzahlung und den Anwaltskosten zusammensetzt. Oft ist die Abmahngebühr übertrieben hoch angesetzt, so dass Spielraum nach unten besteht.

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